Gedichte

shared
feelings

don’t shut your mouth
shut your eyes
willing to feel
everything

the cravings that burn
the happiness in your fingers
the hopelessness. black.
the beauty –
a fuller body, tangible
real

I’m sharing with you
shut your eyes

I’m sharing with you
my flooded soul

keep them shut
be awash
drown with me
and dissolve in transgression


so human

can’t stand it to
wait, until the smell of yours
is stuck in my nose again

hard breathing
connects my heart – my toes
walking in your head

this is so human
but in the same way
it’s not

may be a wish
not coming true (in my dreams)
and I’m lucky

enough to kiss your chest
and hug you
deeply, feel you deeply
inside my body or the like
you sparked my blood
and it’s drawing circles, that
now I’m lost without words
duly completed

keep me pure,
for something like love


Affection

für Freddi

Little bird
in it’s cage
wants to fly
away

Little bird
much too big
was it’s heart
today

Little bird
grown inside
craves a love
to stay

in it’s cage
that isn’t that –
not since
yesterday

Little bird
got the key
to the door

Little bird
waiting there
on the floor

brave and patient
bound and free
it’s inner strength
is moving me.


Geschichten

Zwischen den Birken war es fast still.

Der Regen, der die ganze Nacht gegen die Zeltwände geprasselt war, ließ mich tief und lange schlafen. Als ich aufwachte und hinaustrat, gab die weiche Erde unter meinen Füßen nach. Der Wald roch nach ihr und dem feuchten Laub, zwischen den Birken war es fast still. Ich wanderte eine Weile umher, erst auf dem Kiesweg, dann zwischen Bäumen, über Äste und Zweige hinweg und ich war mir sicher, dass niemand sonst bis zu diesem Moment hier gewesen war.


Libelle

Kein Puls. Ich fasse mir an mein Handgelenk. Lege zwei Finger auf die Innenseite. Kein Puls. Etwas schlägt doch im Inneren, wie zarte Flügel, durchscheinend, aber kraftvoll. Meine Hände suchen diesen Punkt. Andere Hände finden ihn.

Sie fühlen sich kühl an auf meiner Haut, wandern dem Flügelschlag hinterher, der sich erst in kleinen, dann in großen Kreisen um die Stelle bewegt, an der ein Herz sitzen müsste. Es ist so heiß hier. Die Hände verteilen kleine Schweißperlen, verreiben sie, dass sie das Sonnenlicht großflächig reflektieren. Die Libelle schlägt ihre Flügel schneller.

Es ist eine Libelle. Sie fliegt in meinen linken Arm. Er hebt sich, erhebt mich. Meine Fingerspitzen pulsieren und sie bricht aus mir heraus, sitzt noch eine Sekunde auf meinem Zeigefinger. Dann verlässt sich mich. Die kühlen Hände halten mich in einer Umarmung fest, aufrecht.

Ich weine der Libelle hinterher, weil ich ohne sie nicht sein. Kein Puls! Ich fasse an mein Handgelenk. Lege zwei Finger auf die Innenseite. Etwas pocht. Erleichtert schließe ich die Augen.


Sommerregen im Mai

Es hörte nicht auf. Eine Viertelstunde später saß ich immer noch da und ließ Tropfen für Tropfen über meine geschlossenen Augen laufen.
„Hey“, sagte jemand laut. Das störte. Ich ließ die Augen zu.
„Hey“, sagte jemand ein zweites Mal.

Die Schatten unter der Eiche

Mein guter Freund tanzt zu der Musik, die er hört, ganz egal, wo er ist. Er schert sich nicht darum, was die Leute denken. Er ist da, aber doch woanders. Ich wäre gern mehr, wie er.

Bücher für den Sommer (’18)

Die magischen Rollen passen. Und mein Koffer bewegt sich nun grazil wie ein (bestimmtes) Luxus-Modell durch die Menschenmenge am Flughafen in Berlin. Endlich angekommen, zu Hause. Die Wahrhaftigkeit meiner Begegnung mit der Dame mit dem blaßrosa Haar wird mir wohl niemand abnehmen. Egal. Ich bin jetzt im Besitz von fünf Büchern, die ich unbedingt lesen muss.


Mohn

Ich habe mich selbst abgelegt. Rote Punkte tanzen vor meinen geschlossenen Augen. Es sind die Mohnblüten, durch die die Sonne scheint. Wie Wellen durchpflügen sie das Gras. Ihr Wesen ist körperlos, es ist wie gebrochenes Licht.

Im Frühling hatte ich den Mohn gesät. Ich gab ihm meinen Namen. Er gehört mir nicht, aber zu mir. Zwischen den anderen Blumen wurzelt er in warmer Erde.

Rote Punkte tanzen vor meinen geschlossenen Augen. Blaue Punkte jetzt, weiß, gelb und violett, ein Prisma. Blütenblätter zerfallen, wachsen in neuen Formen zusammen oder verlassen das Spektrum, um später verändert vom Rande wieder in dessen Mitte zu wandern.

Ich habe mich selbst abgelegt. Es ist dunkel, der Mohn leuchtet.


Weiß

Warm und weiß fühlte sich ihr Herz an, von ihm aus strömte pure Energie durch ihren Körper. Das Glück ließ sie lächeln; sie sah ihr Leben vor sich und es war bunt, hell, in Farben gemalt, die niemand außer ihr sehen konnte, in Tönen erfahrbar, die niemand sonst hörte. Es war, als hätte man die„Weiß“ weiterlesen

Orange

Der Bus brachte sie ans äußerste Ende der Stadt. Wohlig ließ sie sich in den Sitz und ihre viel zu große Jacke sinken. Durchs Fenster schien ihr die Sonne aufs Gesicht, mit geschlossenen Augen saß sie da, in sich vergessen, gewärmt, gestreichelt, geliebt. Aber da war nur sie. Das Gefühl in ihr schwoll an, bis„Orange“ weiterlesen

Schwarz

Die Straße vor ihr war fast leer; Regentropfen liefen ihr das Gesicht hinab. Die Hände hatte sie tief in ihren Jackentaschen vergraben, ihre Füße steckten in schon völlig durchweichten, gelben Turnschuhen. Ein paar blonde Haare klebten auf ihrer Stirn. Die Schritte lagen schwer auf dem Asphalt; ihre Augen brannten. Endlich erlaubte sie sich, traurig zu„Schwarz“ weiterlesen


Hinab auf die Welt

Es war einmal ein kleines Mädchen, das träumte vom Fliegen. Jede Nacht wuchsen ihm Flügel, so weiß und weich wie Watte. Das Mädchen besuchte den Mond und die Sterne und wenn es müde wurde, legte es sich auf eine Wolke und blickte hinab auf die Welt.

Es war einmal ein kleines Mädchen, das träumte vom Frieden. Jede Nacht sah es sich in einem Spiegel, allein. Das Mädchen dachte an seinen Garten und die duftenden Blumen darin und wenn es traurig wurde, ließ es sich vom Wind in den Himmel tragen.

Es war einmal ein kleines Mädchen, das träumte nicht mehr. Jede Nacht wuchsen ihm Flügel, so weiß und weich wie Watte. Das Mädchen besuchte seinen Garten und die duftenden Blumen darin und wenn es müde wurde, ließ es sich vom Wind auf eine Wolke tragen.