#LockdownLiftup Nr. 2 (Inhalt in englischer Sprache)

Wir schreiben Donnerstag, den 11. März 2021. Jack Johnson spielt immer noch Gitarre und ich sitze immer noch vor dem Handy und spiele Wordracers. Es gibt viel zu tun. Die Kerzen auf meinem Schreibtisch brennen herunter. Die Hyazinthe auf meinem Fensterbrett wächst den Wolken entgegen. Bei Jack Johnson jubeln Menschen im Hintergrund – ich distanziere mich mit 1,5 Metern von ihrer guten Laune. Alles kacke. So habt ihr euch einen Liftup nicht vorgestellt, wa?

Tja, Jack Johnson allein ist schon ein Liftup. Also Kopfhörer reinstöpseln und loshören. Gilt auch für den Tagestipp: eine Folge des Podcasts The Daily (produziert von der New York Times), in dem die Geschichte der Radiosprecherin Genie Chance erzählt wird.

Kurz & Knapp: Straßen reißen in der Mitte auf, Gebäude stürzen ein, Menschen versuchen verzweifelt, ihre Familien zu erreichen – im Jahr 1964 bebt die Erde in Alaska und Genie Chance ist auf dem Weg zu ihrem Radiosender. Ihre Stimme als Nachrichtensprecherin geht um die Welt. Genie Chance hält Alaska an diesem Tag zusammen. Sie berichtet von öffentlichen Schutzunterkünften für Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. Sie dirigiert Menschen, die helfen wollen, zu Einsatzmöglichkeiten. Sie führt Familienmitglieder, die sich verloren haben, wieder zusammen. Wie? Das erzählt dieser Podcast.

Darum hörenswert: Diese Folge des Daily ist eine gelungene Reportage mit Originalmaterial aus den 1960er Jahren. Bemerkenswerter als das Format ist der Inhalt: Genie Chance war die erste Nachrichtensprecherin in Alaska, sie emanzipierte sich von ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Chance‘ Verantwortungsbewusstsein während des Erdbebens in Alaska und danach ist inspirierend. Die Geschichte ihrer Berichterstattung macht Hoffnung und Mut, schwierige Zeiten gemeinsam zu überwinden. Die Geschichte ihrer Berichterstattung ist eine gelebter Solidarität.

Fragen zum Nachdenken: Sind Menschen während einer Bedrohung eher dazu bereit, zusammenzuhalten? Warum? Was bedeutet Solidarität? Welche Aufgaben übernehmen NachrichtensprecherInnen im digitalen Zeitalter? Übernehmen alle Menschen einer Gesellschaft die gleiche Verantwortung? Welche?

Zitat zum Nachdenken: “In ordinary life,” they wrote, “we suffer alone. Any struggle, any pain winds up isolating us from other people or even making us resentful of everybody else, who seem to somehow have it easier. But in a disaster, an entire community suffers together. Trauma and even death, the stuff that we suppress in daily life, spills out as a public phenomenon for everyone to see. The present becomes all-consuming. The past and the future fall away. And all those who share in the experience,” the researchers wrote, “are brought together in a very powerful, psychological sense.”

Veröffentlicht von Katinka

22 Jahre alt, Studentin der Ethnologie und Politikwissenschaft, Leipzigerin. Fotografiere, schreibe, lese viel (Zeitung).

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