In meinem Kopf. Und dann: Poetry Slam mit Beat (also, eigentlich ist es Rap)

In meinem Kopf herrscht das Gewitter. Regen, Sturm, Hagel, Blitze, Donner, und ich hör‘ nix mehr. Das Leben da draußen zieht weiter, an mir vorbei – ich versuche mich an ihm festzuhalten, aber irgendwie schüttelt es mich ab und ich lande auf den Knien. In meinem Kopf herrscht die Dunkelheit, und ich seh‘ nix mehr. Nicht einmal das Leben von eben, dass schon ein paar Kilometer weiter hinter einer Kurve verschwindet. Zu schnell für mich. In meinem Kopf herrscht das Chaos, und ich fühle: die Wut, die Angst, die Freude, das Glück – und alles auf einmal. Es ist zu viel. Aber noch schlimmer als zu viel zu fühlen ist, nichts zu fühlen. Das schwarze Loch saß direkt bei meinem Herzen und hat alles aufgesaugt, außer das Bisschen Angst, was sich vehement wehrte, gegen sein Verschwinden. Es mochte mich. Ich mochte es auch. Es fühlte sich vertraut an. Meine Angst, ich wollte, dass sie ging, aber wenn sie zurückkehrte wartete ich geduldig, bis sie mich ausgezehrt hatte. In meinem Kopf herrscht das Leben, ich habe es verwechselt mit dem Traum, der eben vor mir floh. Ein Traum, der frei sein wollte, voll erfüllter Wünsche, nach Normalität. Er hat die Welt schon zwei Mal umrundet, trotzdem konnte keiner ihn schnappen. Heute sehe ich ihn manchmal, ganz kurz, ein Schatten in den Augenwinkeln, der mich eine Weile begleitet, wenn ich nicht nach ihm greife. In meinem Kopf herrscht die Liebe und ich weiß nicht, mit ihr umzugehen, aber das macht nichts, denn die Liebe kann man nicht verstehen, nicht begreifen, nur erleben. Sie lässt mich nie wieder allein und ich liebe sie, die Liebe, dafür und für die Wärme und das Leuchten, in meinen Augen und der Welt, dem Leben. In meinem Kopf.

Ich wollte das eigentlich gar nicht schreiben. Ich wollte eigentlich erzählen, wie mich mein (in Anführungsstrichen kleiner) Bruder eingeweiht hat. In seinen Musikgeschmack. Der ist wirklich gut. Hört mal hier. Versprochen? Richtig zuhören – ich hab’s gelernt.

3 Kommentare

  1. Das Lied ist BESONDERS, ein unglaublicher Text – ich musste mich konzentrieren, um nicht nach jeder zweiten Zeile in tiefes Nachdenken zu verfallen. Dankeschön, liebe Katinka, fürs Teilen und Dankeschön für Deinen großartigen Text da oben … :

    „Ein Traum, der frei sein wollte, voll erfüllter Wünsche, nach Normalität. Er hat die Welt schon zwei Mal umrundet, trotzdem konnte keiner ihn schnappen.“

    Das ist nur eine seiner vielen schönen Zeilen, zwischen die ich mich niederlassen könnte und mit ihnen ziehen. Sie wären RICHTIG!

    Ich finde es sehr schön, Dich hier gefunden zu haben.

    Wieder viele, liebe Grüße an Dich, liebe Katinka!

    1. Und ich finde es unheimlich schön, dich hier kennengelernt zu haben. Weißt du was? Du bist mittlerweile ein Teil von diesem Blog. 🙂
      Das Lied ist zum Nachdenken da 🙂 So viel gesagt, in so kurzer Zeit!! Der Hammer.

      Ich schaue bald bei dir vorbei! Hab eine wunderbare restliche Woche 🙂 Und ganz viele, liebe Grüße zurück!

      1. „Weißt du was? Du bist mittlerweile ein Teil von diesem Blog. “

        Das ist so ein großes, so ein liebes Kompliment. Habe gerade gar keine Worte mehr …

        Dankeschön!

        Und nun mal EXTRALIEBE Grüße an Dich!

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